Enders 5460 Freiluftheizung Polo 2.0 „Cosypolo“

Heizpilze mit Gasbetrieb sind eine sehr schöne Möglichkeit, den Aufenthalt im Freien auch bei tieferen Temperaturen noch möglich zu machen. Nun haben herkömmliche Heizpilze immer eine ziemlich große Höhe: Das kann manchmal als Nachteil empfunden werden, da durch den Reflekterschirm (eben den „Pilz“) die Wärme stark von oben kommt.

Enders 5460 Freiluftheizung Polo 2.0 „Cosypolo“

 

 

Enders 5460 Freiluftheizung Polo 2.0

Enders 5460 Freiluftheizung Polo 2.0 – niedrige Freiluftheizung für die Terrasse

 

Eine andere Möglichkeit bietet dieser kurze Heizpilz von Enders. Mit 1,15m Höhe ist er wesentlich niedriger als die bekannten Terrassenheizungen, ein ausgeklügelter Reflektor sorgt dafür, daß die Wärme schon viel weiter unten entsteht. Hochsteigen tut warme Luft ja sowieso – aber oft bleiben bei den großen Heizpilzen die Füße relativ kalt.

Der Anbieter gibt eine Strahlungswärme von etwa 5 Meter an – das kann gemessen vielleicht stimmen, subjektiv ist aber nach der Hälfte nicht mehr viel zu spüren, wenn er vollkommen frei auf einer Terrasse steht. Stellt man ihn unter einen offenen Pavillon, der mindestens an zwei Seiten geschlossen ist, wirkt die Wärme allerdings viel intensiver. Vor allem im unteren Bereich des Körpers, wo man es gerne hat! Im Sitzen strahlt er dagegen fast auf Kopfhöhe und sollte nicht in unmittelbarer Nähe stehen.

Ein weiterer Vorteil ist, daß dieser Heizpilz wegen seiner Maße wesentlich besser zu händeln ist. Er hat auch keinen so großen Hebel am oberen Ende durch das Gewicht, dadurch ist er standfester und kippt auch kaum so schnell um. Auf den eingebauten Kippschutz hat der Hersteller natürlich trotzdem nicht verzichtet: Das Gas schaltet sich ab 45 Grad Neigung sofort ab, sicher ist sicher.

Wärmesteuerung am Heizpilz

Die gezielte Wärmesteuerung erfolgt beim Cosypolo durch ein eigens entwickeltes System, das besonders die wärmenden Infrarotstrahlen effizienter abstrahlt und als Gebrauchsmuster angemeldet wurde. Zusätzlich ist ein höhenverstellbarer Windschutz angebracht, der sich auch bedienen läßt, ohne daß man sich die Finger daran verbrennt. Dieser Windschutz ist so konzeptiert, daß er die Wärmestrahlen in eine bestimmte Richtung lenken und verstärken kann.

Das hört sich alles ziemlich kompliziert an, ist es auch. Mein persönlicher Eindruck war, und da nehme ich meine Meinung zu diesem Terrassenstrahler schon einmal vorweg: Durch die geringe Höhe stellt sich schnell eine wohlige Wärme ein, allerdings ist die Heizleistung insgesamt nicht mit einem großen Heizpilz zu vergleichen. Dafür spricht auch schon die Leistungsabgabe bis maximal 6 kW: Die Terrassenheizpilze leisten hier locker das doppelte, allerdings natürlich auch bei entsprechend hohem Gasverbrauch.


Material, Zusammenbau und Design

Der Enders Polo 2.0 Gas-Heizstrahl-Brenner wird aus legiertem massivem Edelstahl gebaut. Sein Gehäuse mit der gebürsteten Oberfläche wirkt wertig und edel, die Bedienung erfolgt im Innern des Gehäuses und ist so optimal geschützt. Damit er besonders kippsicher steht, ist der schwere Standfuß aus beschichtetem Stahl gefertigt.

Die Transportgriffe sind zum sicheren Tragen innen ummantelt, bei einem Eigengewicht von ca. 16 kg (ohne Flasche) sollte das aber auch selbstverständlich sein, damit man sich die Blechkante nicht in die Haut drückt. Es ist schon traurig, daß man dieses Detail als Vorteil hinstellen muß: Ich habe gerade bei einem anderem Heizgerät für die Terrasse genau das Gegenteil gesehen, den würde ich auch kalt nicht ohne Handschuhe transportieren. So etwas sollte es nicht geben! Beim Enders ist in diesem Punkt auf jeden Fall alles richtig gemacht worden.

Der Zusammenbau spaltet, wie bei fast allen anderen Heizpilzen auch, die Gemüter. Während der eine überhaupt keine Probleme hat und den Heizer ohne Anleitung schnell zusammengebaut hat, kann ein anderer an dieser Aufgabe scheitern. Vielleicht sollten die Hersteller einmal speziell an diese Menschen denken und eine Aufbauanleitung als PDF, Handbuch und Videoanleitung zur Verfügung stellen! (Satire!!)

Gut, das ist meine persönliche Meinung, als Gartenfreund bin ich natürlich handwerklich nicht unbegabt. Jedenfalls habe ich bisher schon mehrere Heizpilze, auch für Bekannte und Nachbarn, zusammengebaut. Es gab nie Probleme, und die Anleitung habe ich wirklich nur in den seltensten Fällen gebraucht. Ich denke mal, das als Bewertungspunkt für ein ansonsten erstklassiges Produkt heranzuziehen, hilft einem Interessenten bei der Kaufentscheidung nicht weiter.


Technische Angaben

Zum technischen Standard gehören noch einige Dinge, die es bei fast jedem gängigen Heizpilz gibt und die auch entsprechend ausgeführt sind:

  • Den Reflektor hatte ich schon erwähnt, er macht bei mehreren Menschen in Reichweite der Heizung durchaus einen Sinn
  • Der Gasschlauch ist schon vormontiert und geprüft und auch lang genug, um eine 11 kg Gasflasche bequem anschließen zu können
  • Die Piezozündung funktioniert ohne Batterien (Vorteil bei Kälte) und kann mit einer Hand betätigt werden.
  • Die automatische Ausschaltung beim Umkippen ist wirkungsvoll und schützt vor Unfällen
  • Die Leistung wird von 3 bis 6 Kw angegeben und ist stufenlos einstellbar. Habe ich natürlich nicht nachgemessen.

Noch kurz zum Design: Hier kann man ja wie überall vortrefflich streiten: Mir gefällt es! Vor allem die niedrige Bauhöhe ist ein Vorteil, wenn man nicht auf der freien Terrasse steht, sondern unter einen Vordach oder Pavillon (aber bitte eine Seitenwand auflassen – Erstickungsgefahr!).

Betrieben wird dieser kleine Heizpilz für die Terrasse (na ja, eigentlich ist er ja gar kein richtiger Pilz) mit handelsüblichen Propan- oder Butangas. Die trotz der geringen Größe und Leistungsangabe ordentliche Heizleistung verdankt er dem gut durchdachten Reflexions-System, für den erwähnten Aufenthalt im Freien ist er durchaus ausreichend.

Wer längere Zeit mit vielen Menschen auf der Terrasse im Stehen feiern will, und das bei sehr tiefen Temperaturen und vielleicht noch etwas eisigem Wind, der ist dann allerdings mit einem oder mehreren großen Heizpilzen besser dran.



Bildquellen: Enders/Amazon