Heizkörper für draußen

Heizkörper stellt man normalerweise in der Wohnung auf. Aber auch auf der Terrasse oder dem Balkon kann ein Heizkörper an einem kühlem Herbst- oder Frühlingsabend der beste Freund der Gäste sein. Für den Außenbereich wurden verschiedene spezielle Modelle entwickelt. Alle haben sie ihre Vorteile, aber auch Nachteile.

Aus meiner Erfahrung mit dem Beheizen der Terrasse möchte ich die Vorteile und Nachteile von Terrassenheizungen gerne erläutern. Ich habe alle beschriebenen Methoden in den letzten Jahrzehnten schon praktiziert, außer mit Kohle befeuerte Heizungen wie Kamine, Feuerschalen und anderen offenen Feuerstellen. Ich habe mit Propangas meine Terrasse beheizt (sehr wirkungsvoll), ebenso mit elektrischen Heizungen.

Die Heizung auf der Terrasse

kalt am Abend: schön wenn man eine Terrassenheizung hat

Meine ernste Heizung war, wen wundert s, ein Ölradiator auf der Terrasse. Den habe ich eigentlich immer morgens in der Küche eingesetzt, wenn es mir zum Frühstücken zu kalt war, die Zentralheizung aber noch nicht  das ganze Haus wärmen sollte (in der Küche habe ich keinen Heizkörper, da hätte es sowieso nichts genutzt).

Der Ölradiator war ja nicht schlecht, im Gegensatz zum Heizgebläse hat er keinen Staub aufgewirbelt und war auch nicht so laut. Einen Heizstrahler hatte ich damals nicht mehr wegen seiner Nachteile.

Also habe ich abends, wenn es frisch auf der Terrasse wurde, einfach den Ölradiator aufgestellt. Nicht auf der freien Terrasse: Da hätte ich ja den ganzen Garten mit geheizt. Er wurde unter dem Pavillon gestellt, und wenn  dann drei Seiten zugezogen wurden, konnte man es einigermaßen aushalten.

Das Nonplusultra war es aber nicht, denn in der Nähe des Ölradiators war es schnell zu warm, und am anderen Ende vom Pavillon dauerte es sehr lange, ehe man etwas Wärme spürte. Außerdem waren vor allem junge Gäste lieber an der frischen Luft, und da hatte ich mit meinem Ölradiator keine Chance. Also wurde nach einer anderen Möglichkeit gesucht.

Der Heizpilz auf der Terrasse

Es gab einmal eine Zeit, da waren mit Propangas betriebene Heizungen noch nicht so verrufen wie heute. Also kam ein richtig großer Heizpilz, befeuert mit einer 11 kg Propangasflasche ins Haus. Die hat richtig Dampf gemacht, so konnte sich jedermann auf der Terrasse aufwärmen, wenn er zu frösteln begann. Vor allem den Damen hat das Gefallen: Allerdings gingen bald die ersten Klagen los. Der Heizpilz wärmt ja von oben, das heißt: Der Kopf wird warm, etwas darunter auch noch, aber die Füße blieben eiskalt!

Das war aber damals eben so und kaum zu ändern. Viele meine andern Gartenfreunde hatten ebenfalls einen Heizpilz auf der Terrasse, es gab ja auch kaum eine Alternative. Im Pavillon werkelte immer noch der Ölradiator – für die ältere Generation, die lieber im Sitzen feierten.

Die Heizpyramide

Das ging so einige Jahre, dann habe ich bei einem meiner Gartenfreunde eine Heizpyramide gesehen. Stolz hat er sie vorgeführt: Mit Propangas betrieben, aber die Wärme nach allen Seiten abstrahlend, und das bis in den Fußbereich. Weil mein eigener Heizpilz damals schon in die Jahre gekommen war und mittelfristig ersetzt werden mußte, habe ich mich natürlich gleich selbst für solch eine Heizpyramide entschieden. Was für ein Unterschied!

Jetzt wurde nicht nur der Kopf gewärmt, sondern der ganze Mensch, der sich vor der Heizpyramide aufhielt! Das war wie eine Revolution! Diese gasbetriebene Heizpyramide konnte man sogar noch im Winter bei Minusgraden aufstellen, sie hatte eine ungeheure Wirkung. Sogar Silvester haben wir damals auf der Terrasse im Freien gefeiert.

Unter dem Pavillon gab es aber nichts neues: Hier half immer noch der Ölradiator, das Sitzen etwas angenehmer zu machen. Obwohl er dann bei Minusgraden überfordert war.

Terrasse heizen heute

Diese beiden Terrassenheizer, der Heizpilz und die Heizpyramide, beide mit Propangas betrieben, waren der Grund dafür, daß sich meine Gäste bei mir immer wohl gefühlt haben (der Ölradiator im Pavillon natürlich auch!). Dann kam irgendwann die Zeit, als Propangasheizungen im gewerblichen Bereich verboten wurden, und weil ich damals dachte, daß das vielleicht auch bald auf private Haushalte zutreffen könnte und es dann vielleicht keine Gasflaschen mehr zu kaufen gibt, habe  ich verschiedene elektrische Systeme probiert. Natürlich nicht alle bei mir auf der Terrasse: Das wäre ja viel zu teuer geworden. Wie gut, wenn man viele Nachbarn und Gartenfreunde hat, mit denen man sich gut versteht.

Der eine hat einen elektrischen Heizpilz gekauft: Mit mäßigem Erfolg. Die Hitze (oder um es genauer zu sagen: etwas Wärme!) kam wieder nur von oben, die Leistung war mit der von gasbetriebenen Heizpilzen nicht zu vergleichen (viel geringer), aber die Stromkosten waren wesentlich höher als die Kosten von Propangas.

Ich habe meinen  Teil auch beigetragen: Als der alte Ölradiator nicht mehr wollte, habe ich an der Decke des Pavillons einen elektrischen Deckenheizstrahler angebaut. Doch zufrieden war: Keiner! Wie beim Heizpilz wurde der Kopf warm, das Bier auf dem Tisch auch, und die Füße darunter finden an zu vereisen.

Also wieder die Heizpyramide mit der Gasflasche auf der Terrasse aufgestellt – inzwischen ist es ja immer noch im privaten Bereich erlaubt, mit Gas zu Heizen. Jedenfalls kann man seine Gasflaschen immer noch nachfüllen lassen, und neue gibt es auch zu kaufen. Allerdings wird die Heizpyramide immer seltener aufgestellt: Meine Gäste sind inzwischen auch um Jahrzehnte gealtert und halten sich bei kühlen Temperaturen lieber unter dem Pavillon auf, der inzwischen auch vergrößert wurde. Nur das Heizproblem war lange nicht gelöst.

Stehtisch mit Heizung

Stehtisch mit Heizung
Bis ich dann vor einiger Zeit, das ist noch gar nicht so lange her (2016 glaube ich) bei einer Weihnachtsfeier eines Nachbarn zum ersten Mal solch eine Heizung gesehen habe, die in einem Fuß eines Tisches eingebaut war. Der hat seinerzeit noch richtig viel Geld investiert: Aber der Erfolg gab ihm recht. Im Pavillon, vor Luftbewegung geschützt, ist dieser beheizte Tisch das wahrlich optimale! Hier wird der Unterkörper bestens mit Wärme versorgt, und der Kopf bleibt kühl, ebenso das Bier auf dem beheiztem Tisch. Das einzige, was mich an seinem beheiztem  Tisch gestört hatte, war die Höhe: Mit einem Stuhl konnte man sich nicht wirklich gut daran sitzen, dafür war der Tisch zu hoch. Ein Stehtisch mit eingebauter Heizung eben.

Inzwischen gibt es aber beheizte Stehtische, die kaum höher sind als ein ganz normaler Tisch für die Terrasse. Man nennt sie auch beheizte Bistrotische:  Jetzt ist der Aufenthalt im Pavillon optimal, wenn wir älteren Semester zusammensitzen und von früher reden: Wie es damals anfing mit dem Heizpilz und der Heizpyramide!

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